Am 7. Juni 2026 ist UNESCO-Welterbetag – ein guter Anlass, an eines der bemerkenswertesten Zeugnisse mittelalterlicher Geschichte in Deutschland zu erinnern: Erfurts jüdisch-mittelalterliches Erbe, seit 2023 offiziell Teil des UNESCO-Welterbes.
Die Alte Synagoge, die Mikwe und das Steinerne Haus bilden gemeinsam ein einzigartiges Ensemble mitten in der Erfurter Altstadt. Die Alte Synagoge ist die älteste vollständig erhaltene Synagoge Deutschlands – ein Bau aus dem 11. Jahrhundert, der Jahrhunderte der Geschichte in sich trägt und heute als Museum zugänglich ist. Die Mikwe, ein rituelles jüdisches Tauchbad, wurde erst 2007 wiederentdeckt und gibt faszinierende Einblicke in das Alltagsleben der jüdischen Gemeinde des Mittelalters.
Was diese Stätten so besonders macht: Sie erzählen nicht nur von einer fernen Vergangenheit, sondern von einer Stadt, in der jüdisches und christliches Leben über Jahrhunderte eng miteinander verwoben war – mit all seinen Höhen und tiefen Brüchen. Erfurt war im Mittelalter eines der bedeutendsten jüdischen Zentren im deutschsprachigen Raum.
Wer die Stadt besucht und über die bekannten Sehenswürdigkeiten hinausschauen möchte, sollte diesem Stadtviertel unbedingt Zeit widmen. Die Stätten sind regulär geöffnet und können auf eigene Faust erkundet werden – der Welterbetag am 7. Juni ist ein schöner Anlass für einen ersten oder erneuten Besuch.
Quelle: https://juedisches-leben.erfurt.de/jl/de/service/aktuelles/veranstaltungen/2026/153512.html