Erfurt besitzt eines der bedeutendsten mittelalterlichen jüdischen Erbe Europas – und der Sommer 2026 bringt eine Ausstellung, die dieses Erbe um eine besondere sprachliche Dimension ergänzt: „Jiddisch/ייִדיש – Von den Anfängen bis zum Buchdruck” ist vom 21. Juli bis 13. September 2026 in der Kleinen Synagoge zu sehen. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Die Ausstellung erzählt die faszinierende Geschichte einer Sprache, die aus dem Deutschen hervorgegangen ist und sich zu einer eigenständigen, vielschichtigen Weltsprache entwickelt hat. Jiddisch entstand im mittelalterlichen Aschkenas – dem deutschsprachigen Raum – aus verschiedenen deutschen Dialekten, angereichert durch hebräisch-aramäische und romanische Elemente. Später kamen im Osten Europas auch slawische Einflüsse hinzu. Das Ergebnis: eine Sprache von bemerkenswerter Ausdruckskraft und literarischer Tiefe, die Millionen von Menschen über Jahrhunderte verband.
Der Fokus der Ausstellung liegt auf den Anfängen und der frühen Schriftlichkeit des Jiddischen bis hin zum Buchdruck – einer Epoche, in der Erfurt selbst eine bedeutende Rolle im jüdischen Leben Mitteleuropas spielte. Kuratiert wurde die Schau von der Jiddistik und der Juniorprofessur für Mittelalterliche Geschichte mit Schwerpunkt Jüdische Geschichte der Universität Trier, wo sie 2025 erstmals gezeigt wurde.
Die Eröffnung findet am 20. Juli 2026 um 18 Uhr statt – mit Vorträgen von renommierten Wissenschaftlern. Wer die Ausstellung im Kontext der Erfurter Welterbestätten erleben möchte, findet hier eine ideale Ergänzung zum Besuch der Alten Synagoge und der Mikwe.
Quelle: https://juedisches-leben.erfurt.de/jl/de/service/aktuelles/ausstellungen/2026/154383.html